Wie vielleicht zu erwarten, oder auch zur großen Überraschung einiger, gibt es bei meinem Schreibprozess ziemlich viel verschnitt. Einfach, weil etwas nicht fertig wird, oder ich nicht zufrieden damit bin. Texte, welche niemals jemand lesen wird, Sätze, welche niemals Anschluss finden werden, und Worte, welchen niemals Gehör geschenkt wird. Kurzum handelt es sich um Text(stücke), welche in den Tiefen meiner Notizen verrotten und niemals komplett sein werden. Jedoch folge ich der Ideologie, dass auch, falls etwas nicht Perfekt ist, es aufmerksamkeit verdient. Es ist gleichzusetzen mit losen Fäden,aus denen niemals ein Kleidungsstück oder ein Seil wird. Sie sind keineswegs wertlos, lediglich unfertig. Aus diesem Gedanken heraus werde ich nun einige dieser Sätze oder auch kleinere Texte hier vorstellen. Dazu sei gesagt, dass hier wirklich nur ein kleiner Ausschnitt gezeigt wird.
Mal schlecht, Mal nicht gut
Mir geht’s mal weniger mal gar nicht gut
Dieser Satz ist eine direkte Anlehnung an den Satz “Mal verliert man, mal gewinnen die anderen”. Ich fand das auf irgendeine seltsame Art und Weise so komisch, dass ich mir meine eigenen Satz mit einem für mich relevanten Thema kreierte. Eigentlich war es als Anfang eines Textes geplant, jedoch ist die Quelle an Worten aus meinem Gehirn nach diesem Satz bereits versiegt
Im Fenster
Ich gucke Leuten gerne in die Fenster. Nicht etwa, weil ich ein Spanner auf der Suche nach nackter Haut bin, sondern weil ein einzelnes Zimmer so viel über einen Menschen aussagt. Es ist ein kleiner Einblick in das, was man sonst nicht sieht: das alltägliche Leben. Ich stelle mir gerne vor, was sie in ihrem Leben umher treibt. Wodurch sie besser schlafen oder nachts kein Auge bekommen. Jeder Gegenstand ist ein Geständnis…
Bei diesem Text ärgert es mich sehr, dass ich ihn nicht zu Ende schreiben kann. Ich beobachte Menschen schon lange und seit langem ziehe ich Faszination daraus, was wohl andere in ihrem Leben erleben. Jedoch merke ich auch, während ich diese Erläuterung schreibe, den zweiten Grund, wieso ich diesen Text niemals fertig bekommen werde. Es klingt schlicht gruselig. Ich finde keinen Weg, dieses Gefühl, die Angewohnheit, andere Menschen zu beobachten, auszudrücken, ohne wie ein Perverser oder Creep zu klingen TwT
Erinnerungen sind nicht genug
Alles was bleibt sind die Erinnerungen. Was ist, wenn mir das nicht reicht? Was spricht dagegen, dass ich alles dafür gebe, damit mehr als nur die Erinnerungen bleiben, nämlich du
Ahhh, so wunderschön, aber mir fällt zu diesen so schönen Sätzen kein Text ein, der sich sanft um ihn schmiegt. Er entsprang aus dem Gefühl, dass eine Person, die mir sehr viel bedeutet, eventuell zu nichts als Erinnerung wird und meiner inneren Ablehnung dagegen. Zugegeben, ich habe immer noch keinen Frieden damit gefunden, jedoch quält es mich nicht mehr so.
Mosaik
Ohne die Menschen um mich herum wäre ich wohl nicht. Ein Mosaik ohne Steine ein Gemälde ohne Farbe ein Auto ohne Räder oder Motor.
Dieser und der Text darunter drücken eine für mich universelle Wahrheit aus: Jeder Mensch, der mir viel bedeutet(hat zu irgendeinem Zeitpunkt) beeinflusst meine Charakterliche entwicklung signifikant. Anders ausgedrückt entwickle ich mich nur durch die Menschen um mich herum weiter. Sie setzen impulse, welche ich dann natürlich selber verfolge. Der Obere abschnitt ist ca 2 Monate alt, jedoch gibt es sogar einen noch älteren, der ca 1 Jahr alt ist, und eigentlich sogar schon so gut wie fertig. Dazu sei gesagt, dass auch dieser Text so wirkt, wie zwei unterschiedliche Texte, mit derselben Thematik; das stimmt auch in etwa so, also glaube ich.
In der Wissenschaft spricht man von Emergenz, wenn aus vielen kleinen Teilen etwas völlig Neues entsteht, mit neuen Fähigkeiten. In der Kunst gibt es das Mosaik. Ein Zusammenschluss aus vielen kleinen Stückchen, die am Ende ein Bestenfalls schönes Bild ergeben. Ich bin ein Mosaik. Jeder aus meiner Vergangenheit ist einer der Steine. Einige sind größer und andere kaum sichtbar.
Kaum jemand kennt die Person, welche verantwortlich dafür ist, dass ich Monster liebe.
Viele haben die Person, die der Grund war, warum ich Manga liebe nie persönlich kennengelernt.
Die wenigsten kennen die Person, die mich zum Lesen angestiftet hat.
Dennoch sind alle diese Menschen nun ein Teil von mir. Nicht mehr in meinem Leben, aber trotzdem fest verankert in meinem Leben.
Uhhh ein bisschen lore, ein bisschen background informationen :o Jedenfalls ist sehr erkennbar, mindestens durch den Fakt, dass es mehrere Texte zu diesem Thema gibt, wie wichtig mir dieser Sachverhalt ist. Eventuell wird es auch mal einen Blogpost dazu geben, weil ich gerne mehr darüber erzählen würde, wie groß dieser Einfluss auf mein Leben ist.
Geliebt zu Werden
geliebt zu werden heißt Respektiert werden.
Es geht nicht um das fünf Mal an einem Tag, sondern das eine Mal, bei dem ein nein sofort akzeptiert wird.
Es geht nicht darum, sich täglich zu sehen, sondern das gemeinsame Glück, bei jeder Begegnung.
Es geht nicht darum, nie zu streiten, sondern darum, sich danach wieder in den Armen liegen zu können.
Es geht nicht um die teuren Geschenke oder großen Gesten, sondern den Ausdruck dahinter
…ich verachte jeden, der diese Art der liebe nie gelebt und bedauere all jene, die diese Art der Liebe nie kennengelernt haben. Ich selber bin nicht mit dem Gefühl, diese liebe zu spüren bekannt und muss mir eingestehen, diese Art der liebe nie vollkommen gelebt zu haben. Dennoch, wie ein streunender Hund, warte ich darauf, endlich all das zu fühlen, zu Leben, zu entdecken, was ich immer wieder in die Welt Heraus Schreie.
Ich bin mir nicht ganz sicher, wie Alt dieser Text ist, ich gehe davon aus, so ungefähr anderthalb Jahre. Im Grunde ist dieser Text fertig, aber ich bin irgendwie hiermit nicht zufrieden. Ich finde die einzelnen Sätze sehr gelungen. Sie drücken ein Paar, meiner Meinung nach, Grundsäulen einer Beziehung aus. Aber besonders mit dem zweiten teil (also dem zusammenhängenden Text unter den einzelnen Sätzen) bin ich nicht vollends zufrieden. Aber ich finde ihn gut genug, um ihn hier zu zeigen
Monster unter meinem Bett
Als Kind hatte ich Angst vor den grausamen Dingen, die sich unter meinem Bett verstecken. Nachts, als es dunkel wurd, hatte ich Angst plötzlich gegriffen zu werden von grausamen Wesen unter meinem Bett. Heute habe ich abends Angst vor den Gedanken in meinem Kopf. Jedes Mal wenn ich mich in mein Bett lege fürchte ich mich. Das Monster dabei sind meine Gedanken. Andere Stellen sich selbst ein Bein, ich lege mir selber eine Tretmine.
Ich liebe den letzten Satz. Er erschafft ein wunderschönes, brutales aber präzises Bild darüber, zu was einem Extreme ausmass ich mich selbst sabotiere. Davon ab ist der Text jedoch sehr mittelmäßig bis unterkomplex. Mit einem hang zum Stereotypischen und ermüdenden. Im Grunde ist der ausgangspunkt, die Thematik, nicht interessant genug für einen ganzen text (denke ich).