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Die Hoffnung stirbt zuletzt

Man sagt, die Hoffnung stirbt zuletzt, es stimmt. Vor der Hoffnung geht die Angst. Bombardiert von tausend schrecklichen Gedanken, verschwindet die Angst vor jedem einzelnen nach und nach. Der Schock, vor dem Dasein dieser Gedanken flacht ab und verschwindet letztlich vollständig.

Als Nächstes kommt die Scham. Die einstiege Grenze, die entsprang aus der Angst davor verurteilt zu werden verschwindet. Ohne das Ziehen der Angst schrumpft die Scham zu einem jämmerlichen quengeln. Bis auch diese nicht mehr zu hören ist.

Danach folgt die Reue. Nachdem die Scham verschwand, war da immer noch die kleine eigene Stimme. Das Spüren der Konsequenzen und die daraus resultierende Reue. Aber wie all die Dinge vor ihr wird auch sie immer egaler. Die Konsequenzen führen nicht mehr zu Reue, sondern Gleichgültigkeit. Bis das Gefühl der Reue fremd wird.

Am Schluss kommt die Hoffnung. Sie peitscht einen nach vorne bis ans erbiterliche Ende. Sie begleitet einen durch das Sterben der Emotionen. Die letzte Instanz vor dem Ende. Sie führt Krieg gegen die Verzweiflung. Aber irgendwann verliert sie immer. Stück für Stück gewinnt die Verzweiflung. Jeder Kampf, den sie gewinnt, wird für mich zu einem neuen Blick in den Abgrund. Es zwingt mich an Orte, in meinen Gedanken, denen ich abgeschworen habe. Es erinnert mich an Momente, die ich dachte, bereits vergessen zu haben. Bis letztlich auch die Hoffnung mich verlässt und alles, was noch bleibt, bin ich. Ohne Angst, ohne Scham, ohne Reue und ohne Hoffnung. So sitze ich alleine da – mit meinen Gedanken

Hintergründe und Entstehung

Es gibt Momente, in denen sich nichts Real und nichts Richtig anfühlt. Einer dieser Momente, war als ich im Zug auf den Weg zu meinen Eltern war. Am selben Tag zuvor bin ich ein Gespräch mit einem Freund in meinem Kopf durchgegangen. In diesem sagte er, „Die Hoffnung stirbt zuletzt“. Ich dachte darüber nach, was ich darauf entgegnen würde. Im Zug sind mir dann vereinzelt Sätze eingefallen „Zuerst stirbt die Angst“, „Die Hoffnung kämpft gegen die Verzweiflung“ usw. Dann kam es wie eine Flut, ich saß fokussiert an meinem Handy und tippte diesen Text.